Arvo Pärt: PASSIO – Johannespassion

Vokalsolisten, Kantorei der Bergkirche, Leitung: Christian Pfeifer

Die Vorbilder, aus denen sich die Musik der 1982 entstandenen Johannespassion von Arvo Pärt speist, heißen Gregorianik, Orthodoxie und Mittelalter. Das Werk zeigt sich leise, unaufdringlich neu. Eine Musik, die in sich kreist, die sich mit wenigen Gesten entfaltet und doch einen bannenden Sog ausübt. David James, ein Vokalsolist bei der Uraufführung von PASSIO, bemerkt: Dann folgt dieser außergewöhnliche Moment, wenn der Chor und alle einsetzen, in D-Dur. Dieser Akkord strömt durch deinen Körper! Es ist ein unglaublicher Moment – ich verspüre jedes Mal ein Erschauern in meinem tiefsten Inneren. Es ist wie der gehaltvollste Brahms, den man je gehört hat, und man erkennt, dass danach Leben ist. Das ist der wichtigste Augenblick, der Tod. Aber da ist gleichzeitig ein Blick nach vorn, es gibt ein Motiv, es ist eine bejahende Sache und ich denke, dass diese letzte Seite das atemberaubendste Blatt Musik ist, das zu hören man sich nur wünschen kann.